Veranstaltungsdetail

Jüdisches Leben auf dem Lande – eine (fast) vergessene Lebensform

Didaktische und methodische Möglichkeiten einer zeitgemäßen Erinnerungskultur

20133G0011
Ausgefallen

Beschreibung

Obwohl im frühen 19. Jh. die überwiegende Mehrheit der jüdischen Bevölkerung auf dem Land lebte, hat sich die Forschung überwiegend mit dem bürgerlichen städtischen Judentum beschäftigt. Dies hat sich erst seit den 1980er Jahren gewandelt.

Das Forst-Mayer Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum hat sich seit 1989 zur Aufgabe gemacht, die Überreste jüdischen Lebens auf dem Land zu dokumentieren und die einzige im weiten Umkreis noch erkennbare Synagoge in Laufersweiler (Rhein-Hunsrück-Kreis) zu einer Stätte der Begegnung auszubauen. Einzelheiten können der Website des Vereins entnommen werden: www.synagoge-laufersweiler.de

Zum einzigartigen Erinnerungsensemble der Gemeinde gehören: Die seit 1985 renovierte und unter Denkmalschutz stehende Synagoge mit einer Dauerausstellung zum Landjudentum und einem Arbeitsraum. Hinter dem Gebäude befindet sich ein von Jugendlichen gestalteter künstlerischer Erinnerungsort „Gelebtes Leben – geraubtes Leben“. Unweit der Synagoge beginnt ein „Weg der Erinnerung“, der zum jüdischen Friedhof und zu einem „Pfad der jüdischen Lyrik“ führt. Alle diese Erinnerungspunkte lassen sich mit Smartphones und QR-Codes eigenständig erschließen und sind in überregionale Wanderwege integriert.

Der Arbeitsraum bietet viele Möglichkeiten, sich mit dem Thema zu beschäftigen: ein umfangreiches Archiv, eine Bibliothek zu Themen des Judentums und des Nahost-Konfliktes, zahlreiche didaktisch-methodische Materialien, drei PC-Stationen mit eigenen Präsentationen und zusätzliche audio-visuelle Betätigungsfelder für Gruppen.

Hinweis: Parkmöglichkeiten gibt es um die Synagoge und auf dem Wanderparkplatz Unterdorf (200m).

Lehrplanbezug/Zielgruppe:
- Gesellschaftswissenschaften (Sozialkunde, Geschichte, Gesellschaftslehre), Religion, Ethik
- Lehrerinnen und Lehrer, Netzwerk von Schulen mit erinnerungskulturellen Schwerpunkten

Inhalte der Fortbildung:
- Jüdisches Leben auf dem Land (Dauerausstellung zum Landjudentum)
- didaktisch-methodische Möglichkeiten zur Arbeit mit Schülergruppen
- Arbeit mit Biographien
- Didaktik und Methodik der Erinnerungspfade
- Förderungsmöglichkeiten zur Finanzierung von schulischer Gedenkarbeit

Veranstaltungsform: ganztägige Tagung

Ziele:
- Basisinformationen zum Landjudentum und zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Laufersweiler
- Kennenlernen des Ortes, der sich deutlich von anderen Einrichtungen und Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus abgrenzt: Die Gedenkstätte in der Synagoge richtet den Fokus auf das Zusammenleben der Religionen, jüdisches Leben, aber auch dessen gewaltsame Zerstörung.
- Kennenlernen eines Gedenk- und Erinnerungsortes sowie des dahinter stehenden pädagogischen Konzepts

Voraussetzungen:
- keine

Referenten:
Dipl. Päd. Carolin Manns ist zuständig für die Pädagogische Arbeit im Forst-Mayer Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum.
Christof Pies, ehemaliger Lehrer und seit über 30 Jahren in der Gedenkarbeit tätig, ist Vorsitzender des Fördervereins der Synagoge Laufersweiler.

Kooperationspartner:
- Forst-Mayer Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum in Laufersweiler

Lehrerinnen und Lehrer
Berufsbildende Schule Förderschule Gymnasium Integrierte Gesamtschule Realschule plus
Lehrpläne und Bildungsstandards in den Fächern, Kompetenzorientierung
Geschichte Gesellschaftslehre Sozialkunde Religion Ethik Synagoge Judentum Laufersweiler Gedenkarbeit gedenken erinnern Erinnerungskultur
nein

Organisation

Fortbildung
Christof Pies, Carolin Manns
Laufersweiler
Tagung
Anna-Maria Schmidt
Synagoge Laufersweiler
Kirchgasse 6
55487 Laufersweiler
22.09.2020
10:00 - 16:30

Anmeldung

Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz
landesweit
11.09.2020