WAHRHEIT, TÄUSCHUNG, VERANTWORTUNG - KI-Ethik im schulischen Alltag
Was bedeutet verantwortliches Lernen, Lehren und Bewerten, wenn Texte, Bilder und Argumente maschinell erzeugt werden können?
Die Veranstaltung nimmt die ethischen Konflikte in den Blick, die KI bereits heute im Schulalltag erzeugt: KI-generierte Hausarbeiten, unklare Autorschaft, falsche Informationen, Deepfakes, automatisiertes Feedback, neue Formen von Täuschung und die Frage, was unter Bedingungen von KI überhaupt noch als eigene Leistung gilt.
Nicht das Tool steht im Mittelpunkt, sondern die ethische Urteilsbildung: Lehrkräfte sollen KI-Situationen nicht nur technisch lösen, sondern pädagogisch und moralisch beurteilen können.
Die Veranstaltung konzentriert sich auf fünf Konfliktfelder, die im Schulalltag unmittelbar wirksam sind:
Wahrheit: KI kann überzeugend formulieren, ohne wahr zu sprechen. Schülerinnen und Schüler brauchen neue Formen von Quellenkritik, Wirklichkeitsprüfung und Wahrhaftigkeit.
Autorschaft: Wenn KI Texte, Bilder und Lösungen erzeugt, wird unklar, was eigene Leistung ist. Schule muss neu klären, was Denken, Schreiben und Lernen bedeuten.
Verantwortung: KI übernimmt keine moralische Verantwortung. Verantwortlich bleiben Menschen: Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Schulen, Anbieter und politische Akteure.
Vertrauen: Schule lebt von Beziehung und Vertrauen. KI kann unterstützen, aber auch Misstrauen verstärken — etwa durch Kontrolltechnik, KI-Detektoren oder intransparente Bewertung.
Gerechtigkeit: KI kann Chancen eröffnen, etwa bei Sprachförderung oder Differenzierung. Gleichzeitig kann sie Ungleichheiten verstärken, wenn Zugang, Kompetenzen oder Daten ungleich verteilt sind.
Anmeldeschluss: 05.10.2026
Teilnehmerkreis: Lehrkräfte aller Schularten, v. a. Sek. I und II, insbesondere für die Fächer Religion, Ethik, Deutsch, Politik, Gesellschaftskunde, Geschichte und Informatik.
Schularten: Alle Schularten
Leitung: M. Niessner; EFWI-Direktorin Dr. A. Diesel